Hallo in die Runde,
einen Tag vor Himmelfahrt rief mich Wolfgang Popp an – während Silke und ich unseren Urlaub genossen, machte er sich im Krankenhaus Gedanken, dass er nun seine Zusage für die weitere Zusammenarbeit nicht mehr einhalten könne.
Von seiner schweren Erkrankung wusste ich schon länger. Im November ließ er sich auf eine anstregende, aber Erfolg versprechende Therapie ein. Die ersten Telefonate danach klangen vielversprechend und Wolfgang gewann seinen Optimismus zurück.Weihnachten fragte er mich nach Verladebeispielen für Kleinlok und ich konnte ihm einige Fotos schicken.

Anfang Januar dann eine neue Idee: die russischen Tiefladewagen bei der DR – auch hier konnte ich ihm Fotos und Skizzen schicken.

Doch dann häuften sich die Komplikationen und sein Zustand verschlechterte sich rapide. Er ging bei unserem letzten Gespräch, davon aus, dass er den Juni nicht mehr überleben würde. Dass er zum den Zeitpunkt nicht einmal mehr eine Woche zu leben hatte, hat mich zutiefst betroffen gemacht; gestern Abend wurde er von seinen Leiden erlöst.
Wolfgang und ich haben in den letzten Jahren toll zusammengearbeitet. Seine Beiträge für die Bücher und Broschüren kamen immer als erste, waren z. T. genauso chaotisch wie er es bisweilen war, aber waren stets eine Bereicherung. Und das gilt nicht nur für meine Publiktionen: Wolfgang hat insbesondere bei Drehscheibe online regelmäßig interessante Beiträge gepostet, die weit über das Altern von Lokomotiven und Wagen hinausgehen.
Wolfgang, Du wirst nicht nur Deiner Familie fehlen; auch viele Modellbahner werden Deine liebenswerte Art, Deine nie enden wollenden Ideen und deren Umsetzung in 1:87 sowie Dein Improvisationstalent vermissen – mich eingeschlossen. Es war schön so viele Projekte mit Dir gemeinsam realisieren zu können.
Stefan