Moin aus Hamburg,
seit gestern hat uns der Alltag wieder.
Rückmeldungen zu Güterwagen 11
Während des Urlaubs haben mich einige Rückmeldungen zu dem Buch erreicht. Sehr gefreut, habe ich mich über eine E-Mail, die insbsondere die Hintergrundinformationen zur Industriegeschichte und den Ladegütern positiv hervorhebt. Dort, wo es Sinn macht, wollen wir – Paul Scheller, Harald Westermann und ich – bei den Güterwagenbüchern in diesem Stil weitermachen.
Und dann gibt es auch die nicht ganz unberechtigte Kritik: frei nach Loriot „Früher war mehr Lametta“ – sprich: bisher waren in den Büchern mehr Zeichnungen abgedruckt.
Ja, aber …
Früher erschienen auch nicht in einem Jahr zwei Bücher/Broschüren. Es lagen bisweilen sogar mehrere Jahre dazwischen.
In Güterwagen 9.1 und 9.2 sind jeweils 93 Zeichnungen abgedruckt; der Arbeitsaufwand zum Erstellen der Zeichnungen belief sich auf etwa 320 Stunden/Buch. Das sind 40 Achtstundentage oder zehn Wochen. Noch vor fünf Jahren habe ich zwar regelmäßig 60 oder mehr Stunden/Woche gearbeitet, aber dazu bin ich mit über 70 nicht mehr bereit. Daher bin ich froh, dass Hans-Peter Schramm ab Band 11 die Zeichnungen erstellt, sodass sie für mich „nur noch“ ein Kostenfaktor sind, aber auch er kann nicht unentwegt zeichnen.
Hinzu kommt: Auch die nun deutlich umfangreicheren Modellbaubeiträge wollen organisiert und layoutet werden. Außerdem sind durch die Verlagsgründung Arbeiten dazugekommen, die ebenfalls erledigt werden müssen …
Und schließlich: Wir haben auch in den nächsten Jahren noch einige Publikationen vor – näheres dazu steht auch in diesem Buch. Ich gehe aber nicht davon aus, dass ich – wie Joachim Deppmeyer – noch mit 100 Jahren an einem Buch über Waggons arbeiten werde.
Hinter den Kulissen
Um trotz einer gegenüber den Güterwagenbüchern kleineren Auflage die Kosten möglichst gering zu halten, wurden die Bücher zusammen mit Güterwagen 11 gedruckt (der Auslieferungstermin 24. Juli ist also sicher). Nur so, und weil bei diesem Buch keine Zeichnungs- und Bilddhonorare anfallen, ließ sich der Verkaufspreis unter die 50-€-Schwelle drücken.
Aus demselben Grund habe ich auch den Umfang von anfangs 288 auf 256 Seiten eingedampft. Selbstverständlich ist dabei auch das eine oder andere Bild dem Rotstift zum Opfer gefallen. Da es zu denselben Kapiteln und Geschichten aber andere Bilder den Weg ins Buch gefunden haben, ist das für mich verschmerzbar. Dafür zeige ich nachfolgend einige dieser Fotos:







Willy
Nicht für alle war es Urlaub: Während Silke und ich uns erholt und lecker gegessen haben, musste Willy ganz viele neue Eindrücke verarbeiten und bisweilen schwer arbeiten.





Bildbearbeitung mit KI
Das letzte Bild von Willy an der Terassentür veranlasst mich zu einer Anmerkung, denn es ist mit KI bearbeitet: Adobe Firefly. Ich benutze dieses Tool inzwischen regelmäßig um nach dem Entzerren und Geradestellen von Bilder, fehlende Bildteile in den Ecken oder an den Rändern zu ergänzen – bei diesem Foto die Fliesen links unten. Und ich habe auch schon spaßeshalber störende Elemente wie Personen oder Graffiti entfernt.
Ebenso verwende ich KI inzwischen häufig um Bilder, die bis in den Rand oder den Bund gedruckt werden, für die erforderliche Beschnittzugabe zu ergänzen, damit z.B. keine Puffer abgeschnitten werden.
Aber: Auf DSO tobt gerade eine Diskussion um die „Bildbearbeitung“ mit KI. Erschreckend finde ich Äußerungen, dass KI „ein ansehbares, stimmiges Ergebnis innerhalb weniger Sekunden produziert, das so mit Photoshop & Co kaum erreichbar wäre“ oder dass nur KI die Möglichkeit bietet Bildinhalte zu retten. Viele Benutzer von KI scheinen augenscheinlich nicht wahrhaben zu wollen, dass KI keine Bilder bearbeitet, sondern neue Bilder erstellt und dort wo keine hinreichenden Informationen in der Ausgangsdatei zu finden sind „phantasiert die KI vor sich hin“. Es ist unbestritten, dass KI sehr ansehnliche Bilder erstellen kann, diese haben aber in vielen Details nichts mit der Realität bzw. der Ausgangsdatei zu tun.
Grüße aus Hamburg
Stefan Carstens