Hallo aus Hamburg,

Wismar – Rostock


Abenteuerurlaub
Bad Kleinen
Als ich endlich in Bad Kleinen ankam, fuhr ich zuerst zum Bahnübergang, an dem sich die Strecken nach Güstrow – Rostock und Wismar teilten. Der Schrankenwärter bestätigte mir, dass der Zug noch nicht durch war, sodass ich mich zuerst in der Einfahrt postierte, um die mit dem Gag 72879 heranrollende 44 0105 zu fotografieren.

Da der Zug wegen einer kreuzenden Fahrstraße nach Wismar vor dem Einfahrsignal halten musste, blieb Zeit um zu dem Fußgängersteg im Bahnhof zu fahren. Auf dem oberen Bild ist im Hintergrund das Postengebäude zu erkennen. Beide Bilder zeigen auch, dass die Wolken hier inwischen unberechenbar waren.


Schließlich gelang mir noch ein Bild des in Bad Kleinen nach dem Wassernehmen wieder abfahrenden Zugs – zwar im Gegenlicht, aber bei sw-Fotos für mich kein Ausschlusskriterium.

Anschließend wollte ich mich erst einmal von der Abenteuertour erholen und machte ich es mir an der Strecke nach Güstrow an einer Stelle gemütlich, an der ich auch die Strecke nach Wismar im Auge hatte. Die dort verkehrenden Züge wurden rechtzeitig durch das Schließen der Schranken angezeigt.
Es dauerte nicht allzu lange, als sich 50 0054 mit einem Getreidezug auf den Weg nach Wismar machte – wie häufig mit derartigen Zügen mit dem Tender voraus. Und bisweilen trugen die Heizer des Bw Wismar zum Gelingen der Bilder bei, so auch bei diesem Zug.


Danach blieb ich vorerst an derselben Stelle und mein Warten wurde belohnt: Wenig später kam die sehr saubere 50 4040 als Lz rückwärts aus Wismar.

Das konnte eigentlich nur bedeuten, dass sie anschließend einen Zug nach Güstrow bringen würde. Ich fuhr also an die Strecke bei Hohen Viecheln zu einer Stelle, die (wie mir von meinen vorigen Aufenthalten bekannt war) zwei Aufnahmen zuließ. Das die Löcher zwische den Wolken noch ausreichend groß waren, hatte ich schon nicht mehr zu hoffen gewagt.


Und nun wird’s dunkel
Danach verschwand die Sonne hinter Wolken. Ich beschloss erst einmal nach Wismar zu fahren, um zu schauen, ob im Bw etwas interessantes herumstand. Das tat es auch in Form von 50 4005. Blöd war nur: Um die Lok zu fotografieren, musste ich direkt vor der Trapo-Wache stehen, und auf „dumme Fragen“ was ich dort machen würde, hatte ich partout keine Lust. Ich beging also die Flucht nach vorn: Marschierte in die Wache und erklärte dem diensthaben Polisten hinter dem Tresen mein Ansinnen. Dann bat ich, ob ein Kollege mit herauskommen könne, damit ich nichts falsches fotografiere (immerhin waren Bw Bahnanlagen, die theoretisch nicht fotografiert werden durften). Der Kollege kam mit raus, fand unter den Eisenbahner sofort einen Gesprächspartner, und ich konnte ungestört meine Bilder machen. Nach zehn Minuten bedankte ich mich und zog unbehelligt wieder ab.

Wieder in Bad Kleinen
Danach fuhr ich nach Bad Kleinen zurück und schaute erst einmal im Bahnhof nach dem Rechten. Ich hatte mir vorgenommen, noch ein Bild mit dem Schweriner See im Hintergrund nach Hause zu bringen und dazu wollte ich wissen, ob demnächst ein Zug nach Güstrow zu erwarten war. Die Chancen standen nicht schlecht. Auch wenn das erste Motiv ein Brikettwagen mit 2 PS war, wartete im HIntergrund bereits 50 0064 auf die Abfahrt.

Ich fuhr also einmal mehr zum Bahnübergang nördlich von Bad Kleinen, obwohl von Sonne keine Spur war.

Das eigentlich Motiv war aber am südlichen Bahnhofskopf mit einem aus Schwerin kommenden Zug. Sechs Tage zuvor war mir ein solches Bild mit 120 315 und einem Kalizug gelungen.

Zwar kam abends auch tatsächlich die Sonne noch einmal kurz hinter den Wolken hervor, aber das reichte nur für ein Bild der in Bad Kleinen rangierenden 106 949.

Als dann später 50 0005 mit einem Getreidezug aus Richtung Schwerin kam, war die Sonne bereits hinter den Wolken am Horizont verschwunden.


Rückfahrt
Anschließend machte ich mich auf den Heimweg nach Norderstedt. Auch wenn ich versuchte mit wenig Gas an den Grenzübergang Selmsdorf zu rollen bemerkte mich der Zöllner sofort, zumal um die Tageszeit dort wie üblich wenig los war. Als ich ausstieg ging er einmal langsam um mein Auto, schaute mich an und meinte dann trocken: „Sie haben aber schon bemerkt, dass wir in der DDR auch befestigte Straßen haben?“ – Ich konnte mir das Grinsen nicht verkneifen.
Grüße aus Hamburg
Stefan Carstens
